Am Dienstag, den 22.05., findet von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr die Eröffnungsveranstaltung zur Fortführung der Dialogreihe mit dem Thema "Buddhismus und Hinduismus" statt.
Am Dienstag, den 29. Mai, wird den Klassen 10 bis 12 und der BFS von den Fachschaften katholische und evangelische Religion ein Projekttag zu diesem Thema ermöglicht.
Ein Abschlussvortrag beendet am 19. Juni ab 19.30 bis 21.00 Uhr die Themenreihe "Dialog der Religionen".
Die Eröffnungsveranstaltung

Am Dienstag, dem 22. Mai, wurde an der Marienschule die Reihe „Dialog der Religionen“ mit einer Einführung in den Buddhismus fortgesetzt. Nach Judentum und Islam steht diesmal eine „Religion ohne Gott“ im Zentrum des Interesses. Zwei Mönche aus dem Tempel der thailändischen Buddhisten in Dreieich – Götzenhain stellten die Lehre und ihren Lebenswandel vor. Gerahmt wurden die Ausführungen von Grußworten der Schulleiterin Fr. M.-L. Trocholepczy und dem Stadtverordnetenvorsteher a.D. M. Wirsing sowie einer kurzen Rede von Hrn. Dr. Soltek, der außergewöhnliche Bücher aus dem Klingspor – Museum und wertvolle Buddha – Statuen aus Privatbesitz, die durch Vermittlung von Fr. Gesenhus den Weg an die Marienschule gefunden haben, vorstellte.
R. Kopp
Im Rahmen des diesjährigen Dialoges der Religionen, der sich mit dem Buddhismus und Hinduismus beschäftigt, hatten wir einen Projekttag, der uns in den Tempel der thailändischen Buddhisten in Dreieich - Götzenhain führte.
Der Tempel befand sich in einem unscheinbaren Haus, bei dem man von außen nur durch fremdländische Schriftzeichen erkennen konnte, dass es sich um einen solchen handelt. An der Eingangstür mussten wir, wie es in fernöstlichen Ländern Tradition ist, unsere Schuhe ausziehen. Drinnen erwartete uns eine Welt, die ganz anders war als die, die wir tagtäglich erleben. Überall standen goldene Buddha-Statuen und andere Dinge, die den Buddhismus symbolisieren. Auch war alles in thailändischen Schriftzeichen geschrieben, mit deutschen Übersetzungen daneben für die Besucher.
Nachdem wir unsere Taschen und Jacken in einen kleinen Raum gebracht hatten, führte uns eine nette Frau, die dort tätig ist und als Dolmetscherin fungiert, in einen Raum im Obergeschoss des Hauses. Im hinteren Teil des Raumes waren Dutzende von goldenen Figuren aufgestellt, die den Anschein von einer Art Altar machten. Davor saßen drei Mönche, die orangene Gewänder, die Kleidung der buddhistischen Mönche, trugen. Zwei von ihnen waren erst einige Tage zuvor aus Thailand angereist, der Dritte lebt schon mehrere Jahre in diesem Tempel und kommt aus Israel. Wir setzten uns still und schon beinahe ehrfürchtig vor die Mönche auf den Boden. Dann erklärte uns unsere Dolmetscherin, dass wir nun ein Gespräch mit den Mönchen führen könnten und sie das fragen könnten, was uns interessiert. In dem darauffolgenden Gespräch erfuhren wir, wie der Buddhismus entstanden ist, wie die Mönche in diesem Tempel leben und noch viele andere Dinge. Dies alles erzählten uns die Mönche auf Thailändisch und die Frau übersetzte es für uns.
Als alle Fragen geklärt waren, ergriff der Mönch aus Israel das Wort. Er ist Meister der Meditation und brachte uns drei Meditationstechniken bei. Alle hatten ein gemeinsames Ziel: Achtsamkeit. Das ist der Schlüssel der Meditation im Buddhismus. Man soll sich völlig auf das konzentrieren, was man gerade tut, und nicht mehrere Dinge gleichzeitig machen, was in unserem Alltag allerdings ständig passiert. Man isst, sieht dabei fern und telefoniert… Mit diesen Meditationsübungen wollte er uns bewusst machen, dass man sich im Stress des alltäglichen Lebens auch einmal besinnen und zur Ruhe kommen sollte. Genau das haben die Mönche, die wir dort kennengelernt haben, ausgestrahlt: Ruhe und Gelassenheit. Es wirkte so, als könne sie nichts aus der Ruhe bringen und als wären sie im völligen Einklang mit sich selbst. Sie bezeichneten sich selbst auch als eine Art Psychiater, da jeder, der Probleme hat, den Tempel aufsuchen kann und sich Ratschläge von den Mönchen holen kann. Man kann dort ebenfalls Meditationsrunden besuchen.
Nach der Meditation luden uns die Mönche zum Essen ein. Es gab natürlich Thailändisches, was nicht jedermanns Sache war. Trotzdem wurde alles probiert, vom Glasnudelsalat bis zum Fleisch, das eindeutig sehr scharf war.
Als wir schließlich alle satt waren, verabschiedeten sich die Mönche von uns. Jede von uns bekam ein gelbes Armband und ein herzförmiges Bonbon. Dann sprachen die Mönche noch eine Art Segen für uns und es wurden Gruppenfotos gemacht. Beim Herausgehen stand ein Mönch an der Tür und hat jeden noch einmal persönlich verabschiedet und gefragt, wie das Essen gewesen sei. Dabei hat er unablässig gelächelt und war unglaublich freundlich.
Im Anschluss an unseren Besuch im Tempel gingen wir noch in die katholische Gemeinde in Götzenhain, wo wir noch eine Meditationsstunde hatten und so den Tag entspannt ausklingen lassen konnten.
Mir persönlich, und ich denke die Mehrheit der Klasse ist derselben Meinung, hat der Ausflug sehr gut gefallen. Der Tag in dem Tempel war sehr interessant und es war eine völlig neue Erfahrung, die wir alle dort gemacht haben. Die Freundlichkeit und Gelassenheit der Mönche war faszinierend und wir haben einen Einblick in eine Religion bekommen, mit der man im normalen Leben selten etwas zu tun hat. Ich denke, dass die Menschen in unserer Kultur viel von den Mönchen lernen könnten. Man sollte mehr zur Ruhe kommen und sich jeden Tag ein paar Minuten Zeit nehmen, um sich auf sich selbst zu besinnen und den Stress und die Hektik des Alltags hinter sich zu lassen.
Nina Dietermann