Leiterin: Frau Wolfram Klassen: 2 Gruppen Ort: Sporthalle und Bühne Wochentag: Freitag Nachmittag und Samstag nach Vereinbarung
Anlässlich der Verabschiedung von Herrn Direktor Seredzun inszenierte
die Leiterin der Theater AG Frau Wolfram Shakespeares "Ein Sommernachtstraum".
In dem Theaterstück sah sich der Zuschauer für mehr als zwei Stunden
in einem Traum wieder. Verantwortlich u.a. war der freche Kobold Puck (Christiane
Blome), der es mit seiner Zauberblume schafft, alles so zu vermischen, dass
nur das Erwachen aus diesem Traum für Protagonisten und Zuschauer eine
Lösung bringt.
Theseus
(Jenny Jahr) lässt das Hochzeitfest mit der Amazonenkönigin Hippolyta
(Danijela Bulic) vorbereiten. Die Zeit bis dahin soll mit Lustbarkeiten am
Hofe verbracht werden. Ein athenischer Bürger, Egeus (Esther Paul), klagt
dem Herzog, dass seine Tochter Hermia (Ilka Rossion) sich nicht mit Demetrius
(Teresa Roth) verbinden wolle, der sie liebt und den er als zukünftigen
Mann bestimmt habe, sondern den Werbungen Lysanders (Celina Rahman) Gehör
leihe. Da nach athenischem Recht der Vater über die Eheschließung
der Tochter zu bestimmt hat, droht Hermia, wenn sie sich nicht fügt der
Tod oder das Kloster.
Sie aber beschließt mit ihrem Geliebten Lysander zu fliehen. Sie weihen
Helena (Sabrina Nickel), Hermias Freundin, in das Geheimnis ein. Diese liebt,
wie sie gesteht, Demetrius, der sie abweist.
Im Walde nahe bei Athen treffen die Paare zusammen: Hermia und Lysander auf
der Flucht, Helena vergeblich um die Gunst des Demetrius werbend.
Hier beschwört Shakespeare eine phantastische Zauberwelt von Natur- und
Waldgeistern hinauf: Kobolde und Elfen beherrschen den Wald, an ihrer Spitze
Oberon (Lisa Markmann) und Titania (Sabrina Kusch), die Eifersucht auseinander
getrieben hat. Der Elfenkönig lässt sich durch seinen Diener Puck
eine Wunderblume bringen. Damit will er Titania bestrafen. Die jungen athenischen
Liebespaare geraten durch Pucks Fehler völlig durcheinander.
Der Dichter Shakespeare führt auch noch die derben Handwerker in den
verzauberten Wald, die ein Zwischenspiel einstudieren wollen, um es dem Herzogspaar
zu seiner Hochzeit vorzuführen. Sie kommen Puck gerade recht, und Zettel
(Nadja Ludwig) bekommt einen Eselskopf aufgesetzt. So entsteht ein buntes
Treiben und als der Morgen den Spuk der Nacht verscheucht, erlöst Oberon
alle von ihrem Bann.
Die Vorbereitung zu diesem Stück unterschied sich zu den vorherigen Theaterinszenierungen,
denn "Ein Sommernachtstraum" lebt von vielen unterschiedlichen Charakteren
und Dank Frau Wolframs Geduld und organisatorischem Talent , gelang es ihr
die vielen Darsteller zu einem erfolgreichem Team von Elfen, Waldgeistern
und Menschenwesen zusammen zu führen. Die Darsteller sahen sich durch
eine zeitaufwendige Vorbereitung und kraftforderndes Durchhaltevermögen
vom begeisterten Publikum am 12.und 14. Juli 2003 entlohnt. An dieser Stelle
verabschiedet sich die Theater-AG von den Schülerinnen Sabrina Kusch
(Jgst.13), Lisa Markmann(Jgst.13), Danijela Bulic(Jgst.10), Christiane Blome(Jgst.10)
und Esther Paul(Jgst.13). Wir wünschen euch alles Liebe und Gute für
die Zukunft!
Celina Rahman, Jgst.13
Die Szene: Stühle in Reihen gestellt; bis hinten besetzt, mit Blickrichtung
nach vorne. Beleuchtung: abgedunkelt mit Lichtstreifen von der Seite (unfreiwillig).
Raumausstattung: nüchterne Wände, turnhallenmäßig; an
der Vorderfront: ein Vorhang, Temperatur: 40 °C, ohne Ventilator, feuchtschwangere
Atmosphäre, Zeit: 3. Juni 2003, 19.30 Uhr.
Szene in der Szene: Der Vorhang öffnet sich und lässt den Blick frei auf einen Raum nach der Art "Zimmer nach einer Silvesterparty": Ein Meer von leeren Flaschen, eine unordentliche Couch, ein Tisch mit Stühlen und ein großes Porträt mit einer Dame in einem unaufgeräumten Zimmer. Auf der Couch sitzt eine Gestalt, die aussieht, als hätte sie die Nacht durchgemacht und spielt leise seufzend Gitarre. Shakespeare himself. Er ist unglücklich verliebt; seine Geliebte hat ihn verschmäht. Shakespeare kommt nicht darüber hinweg: er versucht den Kummer in Alkohol zu ertränken, mag nichts mehr essen, kann nicht mehr richtig dichten und wütet wie ein vierjähriger Junge durchs Zimmer. Ja, er stellt sich vor das Porträt der Dame und bewirft es mit Pfeilen! Sein engster Gefährte Puck, ein Elf, seine Elfenfreunde (Spinnweb, Motte, Oberon und Titania) und seine Haushälterin Bess leiden mit ihm. Sie versuchen, jeder auf seine Weise, Shakespeare zu helfen. Puck schleppt drei Frauen an: ein sentimentales junges Mädchen, eine energische, gefräßige Person mit Haaren auf den Zähnen und eine verführerische Witwe. Keine der drei passt auch nur annähernd zu Shakespeare, der immer unglücklicher wird. Bei einem Treffen mit Titanja und Oberon hat Puck die Idee einen Liebestrank zu brauen. Der Gedanke: Shakespeare braucht einen Liebestrank, der wird nun gebraut und Shakespeare in einer magischen, betörenden Nacht zugespielt. Der Trank ist stark und wirkt auch bald - bei dem ersten weiblichen Wesen, das Shakespeare nach dem Erwachen sieht: Bess, seine berlinerisch sprechende Haushälterin. Sie ist Shakespeare durchaus zugetan und auch bereit ihn zu heiraten. Dieser ist so verliebt, dass er einwilligt. Die Trauung steht kurz bevor:
Shakespeare und Bess fein ausstaffiert, alle Elfen sind Trauzeugen - da lässt die Wirkung des Trankes nach, Shakespeare kommt wieder zu sich. Die Hochzeit ist geplatzt, Shakespeare ist nun geheilt von seinem Liebeskummer. Er sieht die vielen Elfen mit neuen Augen, ein großes Werk beginnt in ihm Gestalt anzunehmen, er kann wieder dichten. Er stürzt sich sofort in die Arbeit - er beginnt mit seinem Werk: "Ein Sommernachtstraum".
Um "Williams Traum" so aufführen zu können, sind harte Arbeit
und Engagement nötig gewesen. Die Erarbeitung des Stückes fand im
Rahmen des Fachs "Darstellendes Spiel" der Jahrgangsstufe 11 statt. Der Text
des Stückes musste gelernt werden, die Figuren erarbeitet und auf der
Bühne umgesetzt werden. Wer soll welche Rolle übernehmen? Dies war
eine schwierige Entscheidung, die die Klasse zusammen mit ihrer Leiterin Frau
Wolfram gemeinsam traf. Dann ging es an die Auswahl der Kostüme, das
Konzept für das Bühnenbild, die Auswahl der Requisiten. Was ist
vorhanden, was muss besorgt werden? Inzwischen hat eine erste Rollenumbesetzung
stattgefunden. Die Extraproben wurden angesetzt: Das bedeutete für die
Klasse an drei Samstagen jeweils etwa 6-7 Stunden in der Schule zu arbeiten.
Kostüme und Maske mussten nun stehen. Eine weitere wichtige Arbeit war
zu leisten, nämlich die Werbetrommel zu rühren. Dazu wurden Plakate
entworfen, hergestellt und verteilt, sowie die Programme gemacht. Aus den
5. und 6. Klassen wurden Elfen-Statisten ausgewählt, ebenso die Helferinnen
für Bühne, Lichttechnik und Requisiten aus den 9.Klassen. Eine weitere
Rollenumbesetzung wurde notwendig. Nun hieß es, einen klaren Kopf und
vor allem den Überblick zu wahren: Wie ist die richtige Reihenfolge?
Was ist noch zu tun? Dann endlich kam der Countdown: die zweitletzte Extra-Probe
mit allen Akteuren und Helfern und letzten Änderungen, dann die Generalprobe
- beide bei 40 °C in der Turnhalle und dann ENDLICH die
Aufführung.
Vom nackten Text bis zum Theaterstück auf der Bühne haben die Schülerinnen nicht nur das Stück erarbeitet und lebendig gemacht, sondern auch sich selbst neu kennen gelernt. Miteinander Entscheidungen treffen und Ideen umsetzen, Rückschläge erleiden und einander geduldig ertragen, die Aufregung vor der Aufführung teilen und dann das Beste geben - was kann besseres Lernen sein?
A. Schmitt