Leitung: Fr. Brehm-Schmitt, Hr. Kopp
Projektwoche 10.10. - 14.10.2005

Auch in diesem Jahr konnten die Schülerinnen der 12. / 13. Klasse in der Projektwoche vom 10.-14. Oktober das Projekt GenEthik I wählen, das sich mit der so genannten „roten“ Genetik, also mit dem Menschen medizinisch nützlichen beschäftigt.
Unter der Leitung von Frau Brehm-Schmitt und Herrn Kopp sollten sowohl die Chancen aber auch die ethischen Bedenken in Bezug auf die neuen Technologien im Bereich der Genetik zum Vorschein kommen, so dass jeder am Ende der Woche zu manchen Sachverhalten eine persönliche, begründete Meinung aufstellen konnte.
Das Projekt startete am Montag mit dem Schwerpunkt „Genetik“. Das Modell der DNA wurde erklärt, um die Ursachen von Erbkrankheiten besser zu verstehen und begreifen zu können, wie minimal manche Fehler nur zu sein brauchen. Es wurden die beiden Krankheitsbilder des „Veitstanz“ und der „Mukoviszidose“ besprochen; abgerundet wurden sie durch den Film „Risikoperson“ und durch den Besuch des Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe Mukoviszidose Frankfurt. Herr Steinbauer gab den Schülerinnen ein recht positives Bild über die Krankheit, wobei er betonte, dass es auch viele Kranke gäbe, die ein schlimmeres Schicksal erleiden müssten als er.
Die „Ethik“ war der Schwerpunkt am Dienstag, der mit der Debatte über den Schwangerschaftsabbruch bei einem behinderten Kind eingeleitet wurde. Darauf folgte die Erarbeitung verschiedener Ansatzpunkte, die zu einer ethischen Position führen können. Ob nun aus der Situationsethik, der deontologischen Ethik oder des Hedonismus argumentiert wird, hängt stark von der Entwicklung des Individuums ab und seiner Erkenntnisfähigkeit, was sein Ansatzpunkt zum einem ethischen Standpunkt ist. Beendet wurde der Dienstag mit dem Film „GATTACA“, der allen Schülerinnen sehr zu denken gab.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| PEI_01 | PEI_02 | PEI_03 | PEI_04 |
|
|
|
|
| PEI_05 | PEI_06 | PEI_07 | PEI_08 |
|
|
|
|
| PEI_09 | PEI_10 | PEI_11 | PEI_12 |
|
|
|
|
| PEI_09 | PEI_10 | PEI_11 |
Am Mittwoch unternahm die Projektgruppe eine Exkursion zum Paul-Ehrlich Institut in Langen. Dort wurde die Gruppe von Herrn Dr. Kalinke abgeholt und im Tagungssaal mit den Techniken der Genanalyse und dem Berufsbild des Forschers vertraut gemacht. Es folgte eine Besichtigung des Labors, wo zwei medizinisch-technische Assistentinnen schon eine Probe mit reiner DNA und eine Gelelektrophorese für sie vorbereitet hatten. Eine „Post-Doc“ stand für weitere Fragen zur Verfügung, während Einige das Pipetieren ausprobieren konnten. Nach einer Stunde ging es zum „Mäusezählen“, wo Herr Dr. Kalinke von seiner Arbeit berichtete und über die Mendelregeln die Wahrscheinlichkeit von Erbkrankheiten ausrechnete. Der Tag endete mit einer kurzen Besprechung im Tagungssaal.
Die Besprechung des Films „GATTACA“ und des Ausflugs nach Langen leitete den Donnerstag ein. Danach wurde das Planspiel vorbereitet. Der Gruppe standen neun verschiedene Personen, wie ein Theologe, eine Sozialpsychologin, Ärztin, Genetiker, Ethiker, Jurist etc. zur Auswahl. Anhand einer Mappe mit Informationsmaterial sollte eine Stellungnahme zum Fallbeispiel „Zulassung der PID bei dem Ehepaar Lehmann“ formuliert werden, die den jeweiligen Charakter vorstellte.
Am letzten Tag der Projektwoche stand den Schülerinnen das Planspiel der Ethik-Kommission bevor. Die Kommissionen kamen nach einigen mehr oder weniger hitzigen Debatten zu dem Ergebnis, trotz des schweren, persönlichen Falls PID aus ethischen Gründen nicht zu erlauben ist. Die Schülerinnen konnten sich zumeist gut mit ihrer Rolle identifizieren und waren mit dem Projekt sehr zufrieden. Vielen war es auch möglich eine bessere Stellung / Meinung zur Genetik einzunehmen, die sie in der letzten Aufgabe des Projekts formulieren sollten. Auf der Internetseite www.1000fragen.de sollten alle Teilnehmerinnen eine begründete Stellungnahme zur PID formulieren. Dies fiel jetzt nicht mehr schwer, da man sich in das Themengebiet eingearbeitet hatte und durch das Planspiel seine Argumentationsweise schon anwenden oder die eines anderen Standpunkts jetzt besser widerlegen konnte.
Yasmin Mahlow und Caroline Fecher